Bein = Fisch-Knochen

Noch so einige Spiele – besonders aus Shanghai – bestehen aus zermahlenen und wieder zusammengepressten Fischknochen. Da in Folge des Produktionsprozesses das Knochenmehl gebleicht wird, sind die Steine sehr hell und natürlich ohne eine Spur des typischen Lamellensystem (siehe Ochsenknochen). Zusätzlich sind die Seiten mit einer dünnen Bambuseinfassung versehen.
Form und Farbgebung: Da nicht aus einem Stück Knochen geschnitten, sind die Steine gleichmäßiger in Form und Größe, zudem ist die Bambuseinfassung sauberer. Mahjong-Steine aus Fischknochen sind etwas scharfkantiger und zeigen manchmal kleine Absplitterungen an den Kanten. Die Symbole der modernen Sets sind in wesentlich helleren und kräftigeren Farben gehalten.

Mahjong-Steine aus Kunstharz

Die meisten Mahjong-Ziegel werden heute aus Kunstharz gegossen, die Oberseite ist oft weiß oder elfenbeinfarbig, die Symbole sind in hellen Farben gehalten. Die Farbgebung der Unterseite ist Geschmacksache und variiert daher von Kontinent zu Kontinent. Amerikaner liebe die bunte Variante von schrill Pink bis Gitzer. Für den europäischen Markt werden eher dezente Farbvarianten angeboten.
Kunstharz bedeutet nicht immer „billige Machart“. Vom entsprechenden Hersteller bezogen, d.h. gute Verarbeitung, eine farblich angenehme und zu den Symbolen passende Rückseite sowie eine gute Gravur mit entsprechendem Druck, haben ihren Preis. Die Steine liegen gut in der Hand, haben die nötige Schwere und sind sehr robust.

Für AnfängerInnen und preiswert – Mahjong-Steine aus Bambus oder Holz

Mahjong-Ziegel aus Bambus oder Holz haben eine genauso lange Tradition wie Bein-Spiele. In China jahrhundertelang die preiswerte Variante des „einfachen Mannes“.
Zu Bambus: Die Steine werden aus Bambus geschnitten und zeigen manchmal eine leichte Krümmung. Bambus ist ein Naturmaterial, daher können die einzelnen Steine eines Sets oftmals Farbabweichungen zeigen. Ob Holz oder Bambus: Die Symbole sind aufgemalt und die aufgebrachten Farben sind sehr empfindlich gegen Feuchtigkeit.

Mahjongg-Sammlerstücke

Bakelit

Bakelit war zu Anfang des vorigen Jahrhunderts das gebräuchlichste Material in der Mahjong-Produktion. Das erste rein synthetische Plastik, entwickelt und patentiert von Leo Bakeland 1907. Die meisten Bakelit-Spiele sind gelb-orange (daher auch die Bezeichnung Butterscotch = Butterbonbon), es sind jedoch auch andere Farbtöne bekannt.

Wie erkenne ich Bakelit?
Eine Methode ist das erhitzen. Reiben Sie beständig und schnell mit einem Finger auf der Rückseite des Steines oder erhitzen Sie den Stein mit heißem Wasser (Achtung, die Farbe auf der Vorderseite löst sich auf). Ein so aufgewärmter Bakelit-Stein wird nach Karbolsäure riechen.

Catalin

Catalin ist ebenfalls ein Kunststoff auf der Basis Phenol-Formaldehyd und war als Konkurrenz zu Bakelit gedacht. Einige Sammler sind der Meinung, dass Catalin-Steine etwas rundere Kanten haben und „durchsichtiger“ sind, was auf den Formprozess zurückgeführt wird.

Zelluloid

Eine der ersten Kunststoffe auf dem Markt. Entwickelt von John Hyatt im 19 Jahrhundert. Zelluloid wurde aus Zellulose (gewöhnlich aus Abfällen der Bauwollhemden-Industrie) und Kampfer hergestellt. Zelluloid war als Ersatz für Elfenbein und Schildkrötenpanzer gedacht. Das erste Zelluloid war extrem schnell entflammbar.

Ochsenknochen

Knochen, gewöhnlich eingefasst mit Bambus, waren im alten China ein viel genutztes Material zur Herstellung von Mahjong-Ziegeln. Alte Bein-Spiele werden oft mit Elfenbein verwechselt.
Spielsteine aus Knochen zeigen jedoch fast immer an einer Stelle des Steines eine Spur des Lamellensystem. Diese Lamellen sind die Überreste des Gefäßsystems und als kleine Poren zu erkennen, manchmal zeigen sich hierin auch kleine dunkle Stellen (verfallenes organischem Material).

Elfenbein

Mahjong-Ziegel aus Elfenbein sind SELTEN, TEUER und können in der Regel NICHT über Ebay gehandelt oder Amazon verkauft werden (dies gilt übrigens auch für einzelne Steine). Sollte also in einer Spielbeschreibung Elfenbein angedeutet sein, können sie davon ausgehen, dass es kein Elfenbein ist.
Grundsätzlich ist der Handel mit Elfenbein nur mit gültigem Begleitdokument – genannt CITES – erlaubt. Falls der Verkäufer nachweislich vor dem Inkrafttretens der Cites-Einführung (1976) schon im Besitz von Elfenbeingegenständen im Rohzustand bzw. als verarbeitete Gegenstände war, wird es kein Problem sein bei den dafür zuständigen Behörden (D: Naturschutzbehörde, AT: Lebensministerium) für den einmaligen Handel ein Cites-Dokument dafür zu erlangen und vorzulegen.

Eine erste Selbsteinschätzung: Halten Sie einen Stein unter sehr helles Licht, ist es Elfenbein, werden sie die Struktur des Stosszahns in Form einer Kreuzschattur erkennen. Eine zweite Möglichkeit entnommen von „Antiques Road Show“: Wenn Sie von einer Seite des Steines den Perlmutteffekt/Perlglanz des Elfenbeins sehen, drehen sie den Stein um 90 Grad, dieser Effekt müsste nun nicht mehr sichtbar sein (die kurvigen/welligen Kanten des Zahnes, die diesen Effekt verursachen, sind nun nicht mehr zu sehen).

Jade

Fast so selten wie Elfenbein anzutreffen und natürlich entsprechend teuer, wenn die Symbole eingraviert wurden. Jade-Spiele werden nicht aus grüner Jade hergestellt, sondern aus schwarzer und weißer Jade.

Komplette und gut erhaltene Bein-, Bakelit-, Catalin- oder Zelluloid-Spiele sind Sammlerstücke und haben Ihren Preis!