Ob Ma Jong, Mahjongg, Mah-Jongg, Ma Diao, Ma Cheuk, Mah Cheuck, Baak Ling oder Pung Chow  –
Herkunft und Entstehung sind nicht gesichert.

So soll z.B. Konfuzius das Spiel erfunden haben. Dies würde bedeuten, dass es nach unserer Zeitrechung bis in das Jahr 500 vor Christus zurückreicht. Das Erscheinen des Spiels in verschiedenen chinesischen Provinzen soll mit den Reisen Konfuzius zusammenhängen. Die Ziegelgruppen decken sich mit den Regeln der konfuzianischen Lehre. Rot, Grün, Weiß – Wohlwollen, Gerechtigkeit, kindliche Liebe. Der Name wird damit erklärt, dass Konfuzius ein Vogelliebhaber war: Mah = Hanf, Jongg = Sperling. Begriffe aus dem Spiel wie Pung, Chee oder Kong sollen diese Theorie unterstützen. Konfuzius entstammte der Familie Kong, sein voller Name lautete Kong-Fu-Tze, er heiratete eine Frau mit dem Namen Che.

Konfuzius, chinesischer Philosoph (551-479 v. Chr.)

Die bekannteste Theorie geht jedoch davon aus, das Mah-Jongg aus mehreren chinesischen Spielen entstand. Zum einen gab es während der Sung Dynastie (960 bis 1278) ein Spiel mit dem Namen „Ya Pei“. Es bestand aus 32 Karten, die aus Holz oder Elfenbein hergestellt wurden. Die rechteckige Form der Karten gleicht ziemlich den heute bekannten Mah-Jongg-Steinen.

Während der Ming Dynastie (1368 bis 1644) entwickelte sich ein Spiel mit dem Namen „Ma Tiae“. Dieses Spiel wurde mit 40 Karten, die denen des Spiel „Ya Pei“ sehr ähnelten, gespielt. Das Spiel bestand aus vier unterschiedlichen Karten-Sets mit den Werten 1 bis 9 und vier „Blumen-Karten“. Die Verschmelzung beider Spiele zu Mah-Jongg soll gegen 1850 durch zwei Brüder in der Stadt Ningpo erfolgt sein. Allerdings fand sich in der Spiele-Sektion der Weltausstellung 1893 in Chicago keinerlei Hinweis auf Mah Jongg, genausowenig, wie in der großen Spieleausstellung „Chess and Playing Cards“, die 1895 in Atlanta stattfand. Beide Ausstellungen wurden von Stewart Culin zusammengestellt, der damals als bester Kenner ostasiatischer und indianischer Spiele galt. Man zeigte den Besuchern chinesische Spielkarten, Spielsteine und Dominos, aber eben kein Mah-Jongg.

Nun, wie auch immer, diese und viele andere Geschichten gaben dem Spiel einen interessanten Hintergrund.

Europäer und Amerikaner verdanken den Brüdern White die Bekanntmachung des Spiels in unseren Breiten. Sie führten das Spiel um ca. 1900 in den englischen Clubs in Shanghai ein, wo es schnell eine große Popularität erreichte.

Joseph Park Babcock
(1893-1949)

Joseph P. Babcock, Repräsentant von Standard Oil, importierte das Spiel in die Vereinigten Staaten, vereinfachte die Spielregeln und begann als erster Produzent arabische Ziffern auf die Steine zu drucken. Gerade zwei Jahre später gründete W. A. Hammond, ein Händler aus San Francisco, die „Mah-Jongg Sales Company of San Francisco“ und begann mit dem Import großer Mengen.

Die Spielwut der Amerikaner erreichte 1923 ihren Höhepunkt. Mah-Jongg-Spiele standen auf Platz 6 der Exportliste in Shanghai, es wurden für ca. 1,5 Millionen Dollar Spiele exportiert. In dieser Zeit sollen sogar Ochsenknochen von Kansas City und Chicago nach Shanghai exportiert worden sein, um der großen Nachfrage gerecht werden zu können.