Das Setzen von Steinen:
Go ist ein Brettspiel für zwei Spieler. Das Spielbrett besteht aus 19 x 19 Linien (Gitterpunkten). Die Spieler setzen abwechselnd auf die Schnittpunkte der Linien – ein Spieler mit den schwarzen, der andere Spieler mit den weißen Steinen.
Jeder freie Schnittpunkt darf besetzt werden (die einzige Ausnahme ergibt sich durch das später erklärte Selbstmordverbot).
Steine, die einmal gesetzt worden sind, werden nicht mehr bewegt. Sie können nur vom Gegenspieler vom Brett genommen werden, wenn der sie geschlagen hat.

Das Ziel des Spieles:
Ziel des Spieles ist, möglichst große bzw. viele sogenannte Gebiete zu erobern und möglichst viele Steine des Gegners gefangen zu nehmen oder zu schlagen („töten“).

Gebiet: Jene freien Schnittpunkte, die von Steinen der gleichen Farbe eingeschlossen sind, wobei bis zu 2 Ränder mithelfen dürfen.

Gefangene Steine: Ein Stein ist gefangen, wenn er sich im Gebiet seines Gegners befindet.

Getötete Steine: Ein Stein ist getötet, wenn er von gegnerischen Steinen so umzingelt ist, dass kein Feld mehr frei ist, wie hier alle weißen Steine. Dieser Stein (bzw. Steingruppe) darf der Gegner vom Spielfeld nehmen.

Selbstmordverbot: Ein Spieler darf auf keine Felder setzen, auf denen er komplett von gegnerischen Steinen umzingelt wäre, außer er schlägt dadurch einen gegnerischen Stein und hebt somit diese Situation auf.

Hier darf Weiß NICHT auf die rot markierten Felder setzen.

 

Hier darf Weiß auf die rot markierten Felder setzen. Beachten sie die folgende GO-Regel!

Go-Regel
Gerade durch diese Ausnahme vom Selbstmordverbot kann es zu Sondersituationen kommen, die ausweglos erscheinen (die abgebildete entspricht einer solchen). Die Steine können so gesetzt werden, dass Weiß einen schwarzen Stein vom Brett nehmen kann, indem er einen Stein setzt, dann Schwarz einen weißen Stein vom Brett nehmen kann, indem er einen Stein setzt. Falls es nun Weiß wieder möglich sein sollte, das Ganze von vorne zu beginnen, tritt die Go-Regel in Kraft. Die Go-Regel besagt, dass man mit einem Zug nicht dieselbe Spielsituation wie einen Zug zuvor herstellen darf. In unserem Fall darf also Schwarz nicht sofort zurückschlagen, sondern muss vorher einen anderen Zug setzen. So hat Weiß die Möglichkeit, seinen Stein zu schützen.

Spielende:
Das Spiel ist beendet, wenn sich die beiden Spieler darüber einig sind. Irgendwann kommt der Punkt, wo ein oder beide Spieler nur noch verbotene Züge tätigen können oder in ihr eigenes Gebiet setzen müssten. Der Spieler kann in diesem Fall auf das Setzen verzichten, was als „Passen“ bezeichnet wird. Passen beide Spieler hintereinander, ist das Spiel beendet.

Gewinnabrechnung:
Grundsätzlich werden die Schnittpunkte innerhalb einer Umzäunung (Gebiet) und die getöteten, gegnerischen Spielsteine gezählt. Die Abrechnung beginnt, indem man die gefangenen, gegnerischen Steine vom Brett nimmt und zu den getöteten gibt. Nun werden die leeren Schnittpunkte eines jeden Gebietes und die getöteten (+ gefangenen) gegnerischen Steine gezählt (jeweils ein Punkt). Der Spieler, der mehr Punkte hat, ist Sieger.

Freiheiten nennt man die benachbarten freien Schnittpunkte (rot markiert) von Steinen oder Ketten.

Gebiet: Jene freien Schnittpunkte, die von Steinen der gleichen Farbe eingeschlossen sind.

Gefangene Steine: Ein Stein ist gefangen, wenn er sich im Gebiet seines Gegners befindet.

Getötete Steine: Ein Stein ist getötet, wenn er von gegnerischen Steinen so umzingelt ist, dass kein Feld mehr frei ist, dieser Stein (oder auch Steingruppe) wird vom Gegner vom Spielfeld genommen.

Kette oder Mauer: mehrere Steine einer Farbe auf einer geschlossenen Linie (kann auch geknickt sein).

Der Spielbeginn:
Zu Beginn des Spieles werden die Farben der Steine ausgelost. Ist einer der beiden Spieler stärker als der andere, bekommt dieser die Farbe weiß. Den ersten Zug setzt schwarz. Wird ihm auch noch eine Vorgabe gewährt, so setzt er gleich die Zahl seiner Vorgabesteine (bis zu 9 Steine).

Die Vorgabe:
Ist die Spielstärke der beiden Spieler sehr unterschiedlich, kann eine Vorgabe gegeben werden. Die Vorgabe von 9 Steinen ist die höchstmögliche. Die Vorgabesteine werden auf die am Spielbrett eingezeichneten Punkte gesetzt. Falls nur 8 Steine vorgegeben werden, erhält das Quadrat keinen Mittelstein.

Der Spielverlauf:
Die Anfangsphase des Go-Spiels setzt sich aus ca. 30 Zügen zusammen und sollte sorgfältig geplant sein. Hier versucht jeder Spieler, seine zukünftigen Gebiete zu bestimmen.

Tipp:

Es ist von Vorteil, sich zu Beginn auf die Ecken des Spielfeldes zu konzentrieren. Hier kann man ohne großen Aufwand ein Gebiet abstecken. Danach sollten Mauern gebildet werden.

In der Mittelphase geht es vor allem um die Absteckung der Gebiete.

Tipp:

Es ist nicht immer von Vorteil, jeden Zug des Gegners sofort zu beantworten – manchmal ist ein Gegenangriff an einer anderen Stelle besser. Geübte Spieler beachten immer den Einfluss jeden Zuges auf das gesamte Brett.
Da gefangene Steine bei der Abrechnung wie getötete Steine zählen, soll nicht immer Wert darauf gelegt werden, diese auch zu töten. Man würde so wertvolle Züge vergeuden.

In der Endphase des Spieles wird versucht, noch möglichst viele Gebiete abzustecken, da diese bei der Endabrechnung als Punkte gezählt werden.